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Anzeige von 8031 - 8035 aus 11858
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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
8031 1819 7 26 Anna. Heiter. Im Kärntnertor-Theater „Zum Goldenen Löwen“, „Ossian“, im Kärntnertor-Theater [sic, recte Theater an der Wien] zum 2. Mal „Trauriger Fritz“. Wir frühstückten mit der Toni auf dem Balkon. Früh mit Mericzay, der Graf kam aus Baden. Dann mit Fiala ins Kloster, waren von 9 bis 12 h dort. ins Kloster, Einkleidung der Maria Wolgast und drei weiterer Schwestern, eine Laienschwester machte Profess. Der Weihbischof Steinl hielt die Messe und Zeremonie, die würdige Mutter führte ihn dann herum. Uns führte die Mère Marie im Kloster und im Kosttrakt herum. Die Gänge sind mit heiligen Bildern, Statuen und einem optisch gestellten Kripperl verziert. Die Kostzimmer sind rein, doch liegen viele zusammen; sie fingen eben zu speisen an. Zuletzt gingen wir ins Refektorium. Bis 2 h beim Grafen, fatale Arbeit. Dann aßen wir mit der Toni, Therese fuhr nach Baden, ich unterhielt mich mit der Toni, machte den Spaß und führte sie zweimal über die Donau, dann ins Kloster zurück. Dann zu Wohlfarth ins Kärntnertor-Theater die Taglioni tanzt mit Julie Aumer. Dann zu Wohlfarth, Feuerwerk vom Profesor Müller. Bei Benkó jausneten wir, Kárner kam ins Feuerwerk zu uns, welches recht hübsch war. Band 09 (IX.), Seite 76v
8032 1819 7 27 Nach Tische fürchterliches Gewitter und Wolkenbruch. Im Kärntnertor-Theater „Zauberflöte“, im Theater an der Wien „Trauriger Fritz“. Früh zum Grafen, mit Mericzay, welcher mir von Kaan alles entzieht, lauter Odiosa. Da ich von ihm nichts will, gab ich ihm für die Schinken 6 bunte Kaffeeschalen für 30 fl.. Vor Mittag sprach ich Eberl. Mittags bei Wohlfarth; sie fuhr nach Mittag nach Baden. Nach 4 h fuhren sie weg, er mit. Nachher ich zum Reimann und in den Garten, die Etzelt kam mit der Troyer (?), der Schulz, der Kienlen (?) samt Kindern, die Latzelsberger, Gouvernante der Schneider, samt Mädchen. Sie tranken Kaffee, spielten. Hoffmann, Reinl und ich saßen nachher noch in der Hütte, dann zum Schluss ins Kärntnertor-Theater. Band 09 (IX.), Seite 76v
8033 1819 7 28 Ein schöner Tag. Im Kärntnertor-Theater „Gutsherr“, „Hochzeit auf dem Lande“, im Theater an der Wien „Rosenhütchen“. Abreise des Mericzay. Früh arbeitete ich zu Hause, in die Rauhensteingasse; dort traf eben einen Mann der Schlag. Ins Burgtheater; heute wurde die Türe zu unserer Loge durchgegebrochen. Schrieb an den Grafen, Therese. Kárner, Wohlfarth, Kridl speisten mit mir, sehr fidel, Kridl engagierte die Hober (?) zum Kaffee, Jeanettl kam auch. Mit Wohlfarth in die Porzellanfabrik, er ist heute nach Baden. Durch Fiala schickte ich der Frau Kirschenkuchen, dem Grafen Geld. Führte die Reimann auf die Bastei, dann ins Kärntnertor-Theater, die Taglioni tanzt mit der Rozier. Band 09 (IX.), Seite 76v
8034 1819 7 29 Trüb, kühl, der Abend war sehr schön. Im Kärntnertor-Theater „Othello“, im Theater an der Wien „Verkleidungen“, „Elisene“. Den ganzen Vormittag arbeitete ich zu Hause und in No. 391. Dem Grafen und Therese schrieb ich nach Baden, Besuchte die kranke Peter, mittags speiste ich im Sperl, trank bei Ambrosi Kaffee, fuhr dann mit Richart und Reimann in den Augarten zum Jahn, Geld zu fordern, in die Grüne Au. Zu Hause erwartete mich schon wieder ein Brief vom Grafen. Bestellte manches, ging zum Biedermann. Dann ins Kärntnertor-Theater, wohin auch Hoffmann und Wohlfarth kamen. Nach dem Theater schrieb ich noch an den Grafen. Band 09 (IX.), Seite 77r
8035 1819 7 30 Heiter. Im Kärntnertor-Theater zum ersten Mal „Beide Ehen“ aus dem Französischen von Castelli, Musik von Issouard, dann „Ossian“; im Theater an der Wien „Vier Temperamente“. Früh arbeitete ich zu Hause, dann in die Gestättengasse, schrieb an Therese. Mittags bei Wohlfarth, dann in den Garten, niemand war beschäftigt, alles ist trocken. Nach Mittag mit Wohlfarth und Tony nach Hietzing, besuchte den sehr kranken Gewey, die Assen. Um 7 h erwartete ich den Grafen. Ins Kärntnertor-Theater; heute tanzt zum letzten Mal die Taglioni mit der Millière. Dem Hensler schrieb ich wegen der 3000 fl. von Graf Pálffy, weswegen auch Wetzlar mit mir sprach. Band 09 (IX.), Seite 77r
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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