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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
8026 1819 7 21 Sturm, unerträglicher Staub. Im Kärntnertor-Theater „Neuer Gutsherr“, „Ossian“, im Theater an der Wien „Diebische Elster“. Früh arbeitete ich zu Hause. Wohlfarth und sie fuhren heute nach Grafenegg. Um 9 h in No. 391, gab das Déjeuner für die Julie dem Hoffmann. Zu Reimann, war in der Gestättengasse, kaufte für Reimann graues Hosenzeug, 15 fl.. Mittags schrieb ich an Therese, Elsler und Pepi speisten mit mir. Nach Mittag mit den Reimannischen nach Sievering, fanden den Pfarrer im Garten, sahen seinen Pfarrhof, die Kirche und nahmen ihn in den Steinbruch mit. Fischer arbeitete eben an der Grundfeste seines neuen Hauses und zeigte uns seine mühevolle Anlage. Wir aßen Salami, Brot, tranken Bier, sahen die Steinbrüche, um 8 h bei Sturm zurück. Zum Schluss ging ich zum Ballett, die Taglioni tanzte den Pas de Deux mit der Mme. Rozier. Begleitete die Tony nach Hause, dann gleich ins Bett. Band 09 (IX.), Seite 75v
8027 1819 7 22 Regen. Im Kärntnertor-Theater „Titus“, im Theater an der Wien „Feodora“, Joseph Demmer, „Marktrichter“. Schon um 6 h musste ich zu den Schafen in den Karmeliterhof, welche man auszutauschen Miene macht. Dann schrieb ich dem Grafen, der Therese. Besuchte den Schießl, welcher gestern von Karlsbad kam. Er brachte für Therese englische Nähnadeln in einem Tascherl. Hitzinger speiste mit mir. Nach Mittag in No. 391, mit Richart zum Tischler Bachmann (?). Sahen den Brückenbau, Wagners Haus, in den Prater, sahen die Arbeiten auf der Bastei. War im Kärntnertor-Theater, bei Reimann in der Loge, bei der Tony in der Credenz, führte sie dann nach Hause. Abends schickte ich Theresen Medizin vom Kleiner. Band 09 (IX.), Seite 76r
8028 1819 7 23 In der Nacht Regen und trüb. Im Kärntnertor-Theater „Zwei Worte“, „Hochzeit der Thetis“, im Theater an der Wien „Rosenhütchen“. Erwartete den Grafen von Baden, in die Rauhensteingasse. Sprach Reimann, mittags speisten Schießl, LaRoche und Kárner mit mir. Um 3 h mit dem Magendorfer Schreiber Heritsch (?) und Schafmeister mit 2 Knechten in den Karmeliterhof, der Graf kam mit Stuppan nach. Sortierten die 241 Schafe und übernahmen selbe. Ich wurde ganz durchnässt. Nach 7 h in die Stadt, fertigte Pässe aus, expedierte. Um 8 h zu Reimann, brachte ihm einen Rest Zeug zu Hosen. Ins Kärntnertor-Theater, Taglioni tanzt mit der Millière einen Pas de deux. Zu Hause fand ich Briefe der Therese, dass sie morgen kommen und Montag bei der Einkleidung der Maria Wolgast und Augustina sein will. Ich schrieb ihr, dass sie kommen soll. Band 09 (IX.), Seite 76r
8029 1819 7 24 Es scheint sich auszuheitern. Im Kärntnertor-Theater neu einstudiert „Mädchentreue“, Oper in 2 Akten von Mozart, im Theater an der Wien „Häuslicher Zwist“, „Elisene“, das Billett dem Reich. Sehr früh zum Grafen, in den Karmeliterhof, um zu zahlen. Mittags speisten Schießl und ich bei Wohlfarth, sie kamen gestern abends von Grafenegg. Nach Mittag spielte ich mit Axt Billard, in die Gestättengasse, in den Garten. Heute setzten Reinl und Högler den Hügel zum Postament der Flora. Um 7 h kamen Therese und ich zusammen nach Hause, plauderten zusammen. Dann fuhr ich mit Wohlfarth ins Leopoldstädter Theater „Diebische Affen“, dann vom Weimarer Ballettmeister Uhl „Schattenspiele“, Pantomime in 2 Akten, sehr elend. Soup[ierte] da. Band 09 (IX.), Seite 76r
8030 1819 7 25 Trüb. Im Kärntnertor-Theater „Mädchentreue“, welche sehr gefiel. Im Theater an der Wien „Trauriger Fritz“, Neubruch, zum 1. Mal. Früh zum Grafen, Mericzay und Balassa sind hier; der Graf fuhr später nach Baden. Arbeitete mit Mericzay fort; er brachte zwei Schinken. Therese speiste bei Richart, ich bei Wohlfarth. Die Sepherl holte die Toni aus dem Kloster, wir gingen auf die Glacis. Therese bekam Kopfschmerzen, ich ging mit der Toni allein auf die Bastei, dann spielte sie auf dem Balkon. Ich ging ins Kärntnertor-Theater, dann spielten wir noch zusammen. Band 09 (IX.), Seite 76r
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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