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Anzeige von 8021 - 8025 aus 11858
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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
8021 1819 7 16 Veränderlich. Im Kärntnertor-Theater „Wechselbrief“, „Zauberschlaf“; im Theater an der Wien „Verstossene Tochter“ und „Marktrichter“. Früh zum Grafen, mit ihm zu den Schafen im Karmeliterhof, arbeitete den Vormittag. Mittags bei Radl, nach Mittag mit dem Grafen und Stuppan wieder in den Karmeliterhof. Gegen 7 h ins Kärntnertor-Theater, die Taglioni tanzte mit der Julie Aumer einen Pas de deux. Dann mit Wohlfarth ins Leopoldstädter Theater. Da sahen wir eine große Menschenmenge versammelt. Das Geländer eines Überfahrtsschiffes brach und die Menschen stürzten samt der Bank in die Donau, welche sträfliche Nachlässigkeit ! Die arme Zwettling samt dem Mädchen stürzte auch hinein. Man sagt, es wären 10 Personen gewesen, aber glaubt, dass alle gerettet wurden. Mit Carl Schmirer soupierte ich etwas im Garten der Sieben Kurfürsten und fand Kárner. Im Leopoldstädter Theater „Der Freischütze“, Schauspiel in 3 Akten von Gleich, dann die Familie Uhl aus Weimar „Das Abendständchen in Tirol“, höchst mittelmäßig. Kurs 247 fl.. Band 09 (IX.), Seite 75r
8022 1819 7 17 Heiter, mittags Regen. Im Kärntnertor-Theater „Othello“, im Theater an der Wien „Rosenhütchen“. Den Vormittag beim Grafen. Schrieb an Therese, mittags bei Wohlfarth mit Fink, Hoffmann, Steitfort; wir lachten viel. Nach Mittag in die Gestättengasse, zum Grafen. Um 6 h kam Gittig, führte ihn zum Kaan. Zum Scheiger, dann mit Wohlfarth ins Leopoldstädter Theater „Vetter Damian“, Posse mit Gesang in 3 Akten, Einnahme des Hasenhut; lachten viel. Band 09 (IX.), Seite 75r
8023 1819 7 18 Trüb, kühl. Im Kärntnertor-Theater „Johann von Paris“, im Theater an der Wien „Rosenhütchen“. Den Vormittag beim Grafen, er fuhr um 9 h nach Baden. Um 10 h ging ich in die reformierte Kirche, um den Superintendenten Hausknecht zu hören. Schrieb an Therese. Mittags bei Wohlfarth, nach Mittag in den Garten. Gestern wurde Wohlfarth die Bronzeuhr vom Sekretär gestohlen. Die Riotte mit 2 Mädchen, Wohlfarth mit Familie, Dermer, Fiala mit dem Mechaniker Hug (?), Troppauer mit Resi, Roller, Seitz, Schwarzer, Kridl, Fink, Axt waren im Garten mit der Fux und Dini. Um 10 h in die Stadt; überall fehlte mir die Frau. Band 09 (IX.), Seite 75r
8024 1819 7 19 Ein schöner Tag. Im Kärntnertor-Theater „Diener aller Welt“, dann „Pagen des Vendome“, die Taglioni tanzt ein Terzett mit Julie Aumer und Dlle. Rozier. Im Theater an der Wien „Faust“. Den Vormittag zu Hause, schrieb nach Pfaffendorf. Mittags aß ich allein auf dem Balkon, besuchte die kranke Peter. Nach Mittag wegen den 235 Schafen aus der Estremadura zum Karmeliterhof, fand selbe auf der Weide. Mit Richart in die Gestättengasse. Erwartete den Grafen, welcher erst um 6 h abends kam. Abends mit Dermer zu Stegmayer, welcher im Garten dem Chorpersonal ein Fest gab. Im Garten war ein Glückshafen, an der Wand „Fleiß, Kunstsinn, Eintracht“, bei einer Blumenpartie „Allgemeine Achtung (?)“. Ich fand sie spielen, kam eben zur Verteilung der Lose. Im Lusthaus war ein elegantes Essen hergerichtet, um 9 h fing das Ziehen der Lose an, wobei recht hübsche Sachen waren. Der Garten war mit argantischen Lampen beleuchtet und am Fenster der Wohnung erschien das Transparent „Es lebe der Kaiser, die hohe Direktion, das ganze Opernpersonal !“ Das Ganze war recht hübsch. Der Weber und Bischof, welche durchfielen, versprach ich einen Krug und Mundschale. Um 11 h mit Kridl und Dermer nach Hause. Band 09 (IX.), Seite 75v
8025 1819 7 20 Ein heisser Tag; der Abend war stürmisch und unerträglicher Staub. Im Kärntnertor-Theater „Rotkäppchen“, im Theater an der Wien „Taubstumme“. Den Vormittag beim Grafen, welcher Therese in Baden besuchte, und der Moser Tokajer schickte. Mittags speiste Kridl bei mir. Nach Mittag schrieb ich an Therese, zum Grafen, welcher um 6 h nach Baden fuhr. Mit Wohlfarth in den Garten, Hoffmann kam hinaus. Wir blieben bis 9 h, dann nach Haus. Kurs 247 ¼ fl.. Band 09 (IX.), Seite 75v
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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