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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
4446 1809 10 4 Kalt, aber heiter, Im Kärntnertor-Theater „Wald bei Hermannstadt“, im Burgtheater französisch, im Theater an der Wien „Kreuzfahrer“ Alles hofft heute auf Verkündung des Friedens. Den Vormittag arbeitete ich und schrieb an Keglevich, ging zu Stessel, in die Theaterkasse, zur Karilla. Mittags speisten wir bei Quarin, da waren Hofrat Zeiller, dessen Namenstag wurde gefeiert, Ulrich, Landrat Fumée (?), Magistratsrat Ech, dann Distler und die Familie. Es war eine angenehme Gesellschaft, wir blieben bis ½ 6 h. Ich ging gegen den Prater, traf Mark mit Pol, besuchte einen Augenblick Peter. Bei ihm arbeitet Bschaidner sehr mühsam. Dann über die Bastei und zeitlich nach Haus. Therese war mit Hocheder. Band 06 (VI.), Seite 247v
4447 1809 10 5 Ein schöner Tag. Halbes Feuerwerk „Die Säulen des Herkules“. Im Kärntnertor-Theater Einnahme der Regisseurs Lange, Brockmamm, Koch, nach 15 Jahren wieder „Die Sonnenjungfrau“. Im Theater an der Wien „Rochus Pumpernickel“. Den Vormittag bei Stessel, Rohrweck, Theaterkasse, holte die Brieftasche der Czaczek und gab sie zur Geissler, sprach Kurz. Mittags allein, nach Tische mit Mark und Pol in den Prater, leer. Der V[ize]-König speiste in Kurakins Salettl und ließ uns mit Abbrennung des Feuerwerk bis 8 h warten. In der vorigen Nacht um 11 h bekam Stuwer durch Gens d‘ Armes den Befehl, heute das Feuerwerk abbrennen zu müssen. Von da ins Kärntnertor-Theater, wir kamen zum 3. Akt, es war nicht voll. Wir fanden Czaczek mit Ullmann, Peter, Zeuner, Zimmermann und Richart. Es wurde nicht gut gegeben und Kujek (?), Schulz, dann Krüger bei der französischen Abdankung, in welcher er 2 mal stecken blieb, förmlich ausgelacht. Nachher dankte Lange deutsch. Band 06 (VI.), Seite 247v
4448 1809 10 6 Im Kärntnertor-Theater „Regulus“, im Theater an der Wien „Salomons Urteil“, in Schönbrunn der 1. Akt von „Re Teodoro“, worin Ronconi, Sänger des V[ize]-Königs, Rossi, Radichi, der elende Campi, sie und Milder sangen; dann „Ossians Träume“ von Aumer, Musik von Umlauf. Elenderes lässt sich nicht denken, die Musik ist artig und angenehm, der Kosten-Aufwand groß. Den ganzen Vormittag mit des Grafen Kommissionen beschäftigt, welchem und dem Keglevich ich auch lange Briefe schrieb. Bei Geissler traf ich Peter und Joris. Mittags allein, nach Mittag 3 h fuhr ich mit Pfersmann und Umlauf nach Schönbrunn, wohnte der sehr verwirrten Generalprobe bei, ging dann gerade ins Parterre, traf Götzl (?), Wildgans und Hauptmann Leeb, kam neben Braun zu sitzen, mit dem ich mich recht gut unterhielt. Erst um ½ 9 h erschien Napoleon. Hinter ihm standen Duroc und Rapp, in der Loge rechts von ihm der V[ize]-König, Oudinot und Murat, links Berthier, Champagny und Andreossi. Ich langweilte mich und kam erst um ½ 12 h nach Hause. Band 06 (VI.), Seite 248r
4449 1809 10 7 Ein schöner Tag. Im Burgtheater „Don Carlos“, im Kärntnertor-Theater „Matrimonio segreto“, im Theater an der Wien „Der Unbegreifliche“, im Leopoldstädter Theater Schusters Einnahme „Baum der Diana“, Mlle. Weiß als Diana. Am Vormittag arbeitete ich, suchte Hofrat Kumpfhofer auf, um mit ihm wegen Verlust von Mannersdorf zu reden, war in der Theaterkasse, in Geisslers Gesellschaft. Mittags allein, nach Mittag arbeitete ich zu Haus. Ging zum Ehrenfels in den Täubelhof, fand ihn nicht hier. Zur Karilla, abends ins Leopoldstädter Theater, voll, Mark kam nach. Ich unterhielt mich, denn die Oper wurde wirklich gut gegeben. Am Ende wurde die Weiß und Bondra als Amor hervorgerufen. Sie dankten, erstere sprach von Fortpflanzung der auf vaterländischem Boden hervorsprossenden Blumen, letztere bittet auch als Gott der Liebe um Nachsicht und Gnade. Statt „Don Carlos“ wegen Lefèvre „Bürgermeister“. Band 06 (VI.), Seite 248r
4450 1809 10 8 Kalt, aber heiter. Im Kärntnertor-Theater „Sonnenjungfrau“, im Burgtheater französisch, im Theater an der Wien „Kreuzfahrer“. Den Vormittag beschäftigte und unterhielt ich mich mit Peter Joris‘ Stammbuch, gab Quarin die Loge im Kärntnertor-Theater. Mittags waren Krieghammers unsere Gäste. Gleich nach Tische kam Mark, und wir gingen in den Prater. Es war ein schöner Tag und ziemlich viele Menschen da. Ich bediente meine Damen mit Kaffee, schlenderte herum und als es zu dämmern anfing, begaben wir uns in die Stadt. Mark begleitete die Damen, ich Therese, dann zu Huber ins Kärntnertor-Theater, blieb in Compagnie und war vor 9 h im Bett. Band 06 (VI.), Seite 248r
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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