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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
8321 1820 5 11 Christi Himmelfahrt, Jahrestag der Belagerung. Mittags so schwül, dass man ein Gewitter befürchtete; der Abend wurde schön. Im Burgtheater „Turnier zu Kronstein“, im Kärntnertor-Theater „Don Juan“, Ehlers von Breslau, Weichselbaum als Octavio; im Theater an der Wien Fischer in „Agnese“. Der Cath[arina][arina] Campi 4. und letztes Konzert im Landhaus-Saal, à 5 fl. Den Vormittag beim Grafen. Elsler speiste bei uns. Ich besuchte die Hruschka, dann in Gesellschaft in die Brigittenau und den Augarten, durch den Prater ins Kärntnertor-Theater. Nach Mittag 6 h Begräbnis des Stegmayer bei St. Carl. Ich kann die Lage der Hinterbliebenen kaum fassen. Therese schickte Sepherl zum Begräbnis, ging selbst mit, viele Menschen; wohl ihm, dass er die künftige Pachtung nicht erlebte. Im Kärntnertor-Theater leer, die Gäste gefielen nicht. Band 09 (IX.), Seite 118v
8322 1820 5 12 Warm. in den Hof Theater Norma, wegen Ludowika, Mutter des Kaisers, im Theater an der Wien auf allgemeines Verlangen „Barbier von Sevilla“ mit Fischer von München. Früh zum Grafen; er sagte mir, Grünbaum sei Chordirektor. Das ist dumm von Fuljod ! Mit Radl in den Garten, Therese führte ich, das ausgestellte gemalene Burgtor zu sehen, welches viel zu klein ist, besonders die Durchgänge für die Fußgänger. Zu Pugel, mittags bei Wohlfarth; die Kölbinger und Kral (?) öffneten der Tony die Drüse unter dem rechten Arm. Nach Mittag in den Garten mit Wohlfarth; Parisot und sie kamen mit der Etzelt, welcher ich wegen Choristin den Text las. Nach 8 h ins Theater an der Wien. Fischer wurde wütend vorgerufen; das 2. Mal wiederholte er die Arie vom 1. Akt; machte zwei Bitten, ihn nicht zu vergessen und Hoffnung des Wiedersehens. Plauderte mit Neefe, Michel. Band 09 (IX.), Seite 119r
8323 1820 5 13 Sehr warm. Im Burgtheater „Scheibenschießen“, Einnahme des Ziegler, wird schlecht werden; im Kärntnertor-Theater „Zauberflöte“, im Theater an der Wien „Käthchen von Heilbronn“, mit Mad. Neumann von Karlsruhe. Den ganzen Vormittag beim Grafen in voller Arbeit. Mittags allein. Krüger bettelt, ihm Lose für 25 fl. für eine Busennadel abzunehmen, Simon empfahl mir den Rittmeister Hölbling, welcher zur Garde wünscht. Dem Ortner zahlte ich 2100 fl., dem Schlosser 370 fl., dem Tischler 280 fl., Kupferschmied 1250, Steinmetz 950 fl. usw; ein teurer Bau ! Nach Mittags zu Pugel, in Gesellschaft zur Vladár, dann in beide Theater. Band 09 (IX.), Seite 119r
8324 1820 5 14 Früh Gewitter, Regen, es wurde heiter und warm.Im Burgtheater „Tagesbefehl“, „Folgen des Maskenballs“, im Kärntnertor-Theater „Johann von Paris“, „Entführung“ mit Weichselbaum. Im Theater an der Wien „Das abgebrannte Haus“, Billett der Scheiger. Den Vormittag beim Grafen. Therese fuhr mit der Sepherl in den Garten, wir speisten mit Jungmann zum 1. Mal da. Nach Mittag kamen Wohlfarth mit Familie, Bäsle, 2 Klopf, die Reimann mit Familie, Fieglmüller, sie, Dessauer mit Mädel, Griesser (?), sie, Maurer, Hartinger, Massauer, Eberle, Axt, Streitfort, Langer mit 3 Personen, Kridl, der Reimann, Zeichenmeister, Neefe mit Frau und Moreau, Leopold Mayer mit Frau und Sohn. Von zweien wurde der Steigbaum beinahe erstiegen, die neue Hutschen probiert, die Poschek (?) spielte Tarock. Alles unterhielt sich bis in den späten Abend. Band 09 (IX.), Seite 119r
8325 1820 5 15 Heire, warm. Im Burgtheater „Maria Stuart“, die Ehlers aus Breslau; im Kärntnertor-Theater „Tausch“, „Alfred“, im Theater an der Wien Einnahme der Julie Schwarz „Hymen und die Parzen“, Fresko-Gemälde des Lebens in 3 Akten vom Verfasser des „Findling“. Den Vormittag beim Grafen, zu Pugel, mit Therese bei Peter gratulieren. Kridl, Schießl, Dräxler und Jungmann speisten da, mit Andres, welcher entlassen. Abends in den Garten, die Schindler kam mit Mann und Tochter Wetzlar in den Garten, welcher ihnen außerordentlich gefiel. Abends ins Burgtheater, die Ehlers von Breslau zu sehen; sie wurde verdient vorgerufen. Fand Peter. Die Batthyány ist zum Entbinden. Band 09 (IX.), Seite 119v
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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