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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
5321 1812 2 26 Kalter Wind. Im Burgtheater „Katakomben“, im Kärntnertor-Theater „Iphigenie auf Tauris“, im Theater an der Wien „Heimburg und Marie“. Früh schrieb Therese an Pisling und lud ihn mit der Sonnenstein zur morgigen Optik. Ich notierte die Dekorationen. Dann zum Grafen, Schweiger, Zinnicq, zum Biedermann um unser Wollgeld. Therese lud auch die Joseph Weiglischen zur Optik Mittags war Schießl unser Gast, schrieb ihm eine Bittschrift an den Kaiser und Wrbna. Um 6 h zu Zinnicq in Badner Theater-Angelegenheiten, bis 8 h, blieb in Compagnie, dann nach Haus. Bei Therese war Heurteur. Josephine hat morgen auch die Kübeckische (?) Gesellschaft. Band 07 (VII.), Seite 89r
5322 1812 2 27 Trüb, etwas Schnee, nach Mittag heiterte es sich aus und es wurde kälter. Im Burgtheater „Häuslicher Zwist“, „Verbotene Waren“, im Kärntnertor-Theater „Samtrock“, Duport in „Zephir“, Im Theater an der Wien „Gemsenjäger“. Den Vormittag beim Grafen, mit Radl Deliberation wegen Parketten. Mittags bei Moser, sprach Schreiber wegen Uffenheimers Nichtzuhaltung des Kontrakts, gab zu Offenheimer 5000 fl. 20er. Bei Moser speiste die Gerhard (?). Nach Mittag sahen wir bei Baumgartner (?) sein Krippenspiel, dann kam Spielberger (?). Therese war so gut, die ganze Optik herzurichten. 15. Vorstellung für Lonneux, Peck, Ettling (?), Ehrimfeld, Pisling mit Frau und Sonnenstein, Gewey, Dermer und Trimmel. Ich lud die Kübeck von Josephine samt Anhang zur Optik, Josephine ließ sagen, sie wolle uns nicht genieren. Dies bestimmte uns auch nachher, nicht hinauf zu gehen. Wir waren sehr lustig, erst um 12 h trennten wir uns. Band 07 (VII.), Seite 89r
5323 1812 2 28 Heiter. Die Hoftheater wegen Leopolds Tod geschlossen, im Theater an der Wien „Portug[iesischer] Gasthof“ und die 3 Gemälde. Den Vormittag beim Grafen und Radl. Mittags allein, nach Mittag wurden der Josephine ein paar Worte gesagt, die Rothe, Schönauer, Wiesenfeld, Schießl waren da. Abends suchte ich bei Cappi Kupfer, nahm eine Wintergegend, Preßburg und Maria Zell. Sprach Hoyos, blieb in Compagnie, um 9 h ins Bett. Geppert brachte Schottwien, sehr genau. Band 07 (VII.), Seite 89v
5324 1812 2 29 Kalt, trüb, etwas Schnee. Im Burgtheater „Armut und Edelsinn“, im Kärntnertor-Theater „Medea“, im Theater an der Wien „Feodora“ und die 3 Gemälde; die „Nähschule“ gefiel sehr. Im Leopoldstädter Theater „Slawina, Herzogin von Pommern“, Oper in 3 Akten, Musik von Lickl, mit Mlle. Weiß. Früh kam Neefe, mit dem ich wegen der Optik deliberierte und ihm eine Wintergegend gab, damit er ein Vorbild hat. Den Vormittag beim Grafen, Schweiger, lud Poller mit Kleinschmid, Gruber samt dem ganzen Anhang Mittwoch zur Optik. Mittags halfen uns Josephine und Tony den Schill verzehren; nach Mittag zu Haus. Neumann hat sich erkundigt, der Dummrian Lobkowitz hat weder ihr noch Therese die Gage angewiesen. Dann zu Reich, den Luster anzusehen, den Högler nach Jahr und Tag brachte. Abends ins Leopoldstädter Theater, sprach Hensler wegen Engagement der Rothe, empfahl sie auch Huber vom Josephstädter Theater. Fand Compagnie, die Oper von Gleich ist elend. Therese war wieder bei Schießl wegen einer Überraschung zum 19. Band 07 (VII.), Seite 89v
5325 1812 3 1 Trüb, Regen. Schnee. Früh zum Grafen, den ganzen Vormittag beschäftigt. Später zu Kárner, kam in Compagnie, mittags bei Radl. Nach Tisch kam Peter mit Brentinger (?). Trotz des heftigen anhaltenden Schneiens gingen wir in den Garten, teilten selben aus und sprachen von einem Kalter und einem Springbrunnen. Abends zu Kerner (?) „Die beiden Geizigen“; Therese ging mit Josephine hin. Ich fand dort Gewey, die Josephine mit Hoffmann und Kübeck, die außer denen nichts sah. Die Teiber (?) sang und gefiel sehr, die Oper wurde sehr brav gegeben. Die Hitze war unausstehlich. Band 07 (VII.), Seite 90r
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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