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Anzeige von 6651 - 6655 aus 11858
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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
6651 1815 10 16 Ein schöner Tag. Im Burgtheater Lange in „Coriolan“, im Kärntnertor-Theater zu Aumers Einnahme „Medea“ mit Schröder“ und „Die Pagen des Herzogs von Vendome“; im Theater an der Wien „Pumpernickel“. Früh zum Grafen, ein paar Mal zum Fürsten Wenzel hinauf, welcher gestern von Basel kam. Zu Aumer an die Wien wegen Billetts, 3 Sitze im Parterre und Loge, sah die Schröder als Medea probieren. Bei Liebmann, mittags speisten Nina, Elsler und Neefe da. Nach Mittag Ruhe. Abends ins Kärntnertor-Theater Das Ballett war sehr angenehm, unterhaltend, die Musik von Gyrowetz lieblich. Traf Schenk mit Tony und Anhang, kam neben Offenheimer und unterhielt mich recht gut. Bei Therese war der junge Kridl, der eben aus Marburg kam. Den Tag über wurde etwas aufgeräumt, doch lange nicht alles in Ordnung gebracht. Band 08 (VIII.), Seite 78r
6652 1815 10 17 Ein schöner, warmer Tag. Im Burgtheater „Minna von Barnhelm“, im Kärntnertor-Theater „Joconde“, im Theater an der Wien „Kluge Frau“. Sehr früh zum Grafen, welcher heute mit Pergen nach Preßburg fuhr, zum Liebmann, zu Stein. Um 12 h fuhr Therese mit Richart seit ihrem Rezidiv zum 1. Mal wieder aus. Mittags allein, Richart, Stifft, Hoffmann kamen zum Kaffee. Ich suchte Gesellschaft, bei Aquila. Leon Arnstein brachte mir 24 # in Gold, endlich, nachdem mich sein Bruder Max 9 Monate warten ließ. Therese brachte den Reimannischen die Loge, ich besuchte sie. Abends war die Kunesch da. Band 08 (VIII.), Seite 78r
6653 1815 10 18 Neblig, dann heiter. Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, Todestag von so vielen braven Kriegern. Im Burgtheater zum 1 Mal „Bräutigam wider Willen“, eine Bearbeitung des „Seltenen Freiers“, Lustspiel in 3 Akten von Kurländer. Im Kärntnertor-Theater „Dorfbarbier; bei der letzten Szene streifte Baumann an der Seite der Schlag. Dann, „Pagen des Vendome“, schönes Ballett; im Theater an der Wien „Hund des Aubri“. Früh arbeitete ich zu Haus, um 10 h mit Reimann zu Leidesdorf, sein neues Quartier und Ameublement zu sehen, um 11 h zu Liebmann. Dem Schießl schickten wir 6 Bouteillen Wein und heute speist er bei uns. Die Richart ist sehr schwach, ich bange für ihr Leben. [Zum Jahrestag von Leipzig] war bei den Augustinern militärische Kirchenparade, sonst nichts. Nach Mittag ging Therese zur Mühlhofer, ich machte die Tour zur Lerchenfelder Linie hinaus, über die Felder der Schmelz nach Schönbrunn und über die Gumpendorfer Linie herein. Ins Theater an der Wien, soupierte da, nach der Hunde-Szene zur Richart, welche eben besser. Kurs 346 fl.. Band 08 (VIII.), Seite 78r
6654 1815 10 19 Ein schöner Tag. Im Burgtheater „Bräutigam wider Willen“, missfiel ganz. Im Kärntnertor-Theater „Sargines“, im Theater an der Wien zum 1. Mal „Lottchen am Hofe“. komisches Singspiel in 2 Akten, Mus[ik] von Berton. Früh arbeitete ich zu Haus, Jahny kam, welcher bei Liebmann alles allein machen will. Ich entwarf den Überschlag auf 32.000 fl., hielt mich damit lange auf, war mit Therese bei Richart, welche sich bessert. Schrieb an den Grafen, mittags allein, nach Mittag zu Haus. Fuhr mit Therese in den Prater, suchten beim Paperl Brandstätter (?) auf und gratulierten ihm – Ferdinand; trafen Ullmann, Jungmann, Goldmann, Hoffmann, Berger, Fischer, Degen. Zur Moser nach Erdberg, bei ihr waren die Kölbel, beide Sieber. Nach 7 h in die Stadt, zu Richart, welche etwas besser. Jungmann und Assen kamen hin. Band 08 (VIII.), Seite 78v
6655 1815 10 20 Nebel. Im Burgtheater „Kabale und Liebe“, Ziegler Vizedom. Im Kärntnertor-Theater „Armer Poet“, „Pagen des Vendome“, im Theater an der Wien „Lottchen am Hofe“, nach Weisse. Früh zu Haus, zum Fink wegen Ebergassinger Jagd, zum Radl, zahlte 16 fl. Zu Liebmann, mittags allein. Kridl lamentiert wegen der schlechten Einkünfte, sein Neffe bat mich um 500 fl.. Nach Mittag mit Therese in Liebmanns Garten in Oberdöbling. Die Liebmann servierte uns Blumen, führte uns in die Zimmer und Garten, welche schön und groß. Auf die Landstraße, sprach Vanier, Stein, zur Richart, wo ich ganz allein war. Bei Therese war Kunesch. Der Tag war schön und angenehm. Band 08 (VIII.), Seite 78v
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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