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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
6631 1815 9 26 Abwechselnd trüb und heiter. Im Burgtheater „Die beiden Klingsberg“, im Kärntnertor-Theater „Joseph und seine Brüder“, im Theater an der Wien zum 1. Mal „Der Wald bei Bondy“ oder „Der Hund des Aubri de Mont-Didier“, histor[isch]-romant[isches] Drama nach dem Französischen von Guilbert Pixérécourt, übersetzt von Castelli, Mus[ik] von Seyfried. Therese befindet sich besser. Früh zum Grafen, alles arbeitet angestrengt, weil er heute zu Hause speisen will. Fuhr mit ihm ins Rote Haus, sahen auf dem Glacis die Kavallerie-Manöver und 3 Dragoner stürzen. Mittags speisten Kridl und Carl da, jedem schenkte ich eine Kaffeetasse. Nach Mittag führte ich die Richart zum 1. Mal spazieren, fuhr zum Rasumofsky, St. Marx, Belvedere, gingen da spazieren, ich dann ins Theater an der Wien. Das Publikum war bei der Hunde-Szene unruhig. Der Pudel machte seine Sache nur halb, ließ die Laterne stehen und ging phlegmatisch ab. Im Ganzen machte das Stück keine große Wirkung. Am Ende betrug sich das Volk tumultuarisch, wollte den Hund sehen und lärmte, bis das ganze Theater finster war. Bei Therese waren die Poltoni (?) und Fanny Dräxler. Band 08 (VIII.), Seite 75v
6632 1815 9 27 Ein schöner Tag. Todestag meiner Mutter. Im Burgtheater „Theatersucht“, im Kärntnertor-Theater „Samtrock“, „Bajaderen“, im Theater an der Wien „Wald bei Bondy“. Besorgte Sitze für Rumpelmayer, Stifft, Scheiger, Hörr. Früh zum Grafen, mit ihm in die Linzer Zeugfabrik, zum Brandmayer. Nina und Weidmann speisten da. Nach Mittag fuhr ich mit Richart und ihr nach Pötzleinsdorf spazieren. Heute bekam ich von Preßburg 3 Eimer weißen Wein und 7 Pfund Tabak. Abends auf die Glacis. Ich ging in Gesellschaft ins Kärntnertor-Theater. Kurs 344 fl.. Band 08 (VIII.), Seite 76r
6633 1815 9 28 Ein schöner Tag. Im Burgtheater Lange in „Spieler“, im Kärntnertor-Theater Laucher neu engagiert in „Agnes Sorel“, im Theater an der Wien „Wald bei Bondy“. Um 7 h zum Grafen, welcher früh nach Pottendorf fuhr. Zu Scholz an die Wien, ins Diana-Bad. Mittags speisten Roller und Neefe da, diesem gab ich ein Porzellanservice, blau, auf 6 Schalen. Nach Mittag fuhren Therese, Richart und Assen nach Hietzing in den Garten. Mit Richart machte ich es heimlich ab, nahmen jeder einen Fiaker, überraschten sie im Garten, durchstrichen selben, aßen Obst, ruhten, tranken Kaffee. Richart und ich gingen durch den Garten, fanden die Pfaffin (?) mit ihrem Buben am Platzl, und Lefèvre (?) von Hetzendorf. Nach 5 h zurück, ich suchte Gesellschaft und ging mit Jungmann abends ins Kärntnertor-Theater. Mayer wurde von Bärenklau (?) mit einem Leuchter verwundet, Hader und Zank. Die Laucher wurde sehr gut empfangen. Band 08 (VIII.), Seite 76r
6634 1815 9 29 Nebel. im Burgtheater „Rodogüne“, Im Kärntnertor-Theater „Vestalin“ mit Ballett, im Theater an der Wien „Wald bei Bondy“. Früh zum Grafen, franz[ösisch ?] gratulieren. Therese, ich Jungmann, und Assen kamen bei Richart zusammen. Mittags allein, Stabl, Ortner und Richart kamen zum Kaffee. Der Graf sah mein Haus und Balkon an Nach Mittag wurde Tabak geraucht, ich schrieb, später mit Richart nach Mariahilf zum Begräbnis der Lebzelterin, zum Wasen, fanden Roller, soupierten. Dann ins Theater an der Wien, nach dem 1. Akt ging ich auf’s Theater, plauderte mit Scholz, Hasenhut und dem Theatermeister Ander (?), welcher den Pudel abrichtete. Kam in Compagnie. Band 08 (VIII.), Seite 76r
6635 1815 9 30 Ein schöner Tag; die Barometer fallen, Im Burgtheater „Falsche Vertraulichkeiten“, im Kärntnertor-Theater „General“, im Theater an der Wien „Aschenbrödel“. Früh zum Grafen. Heute fertigte ich meine Urkunde aus. Zum Bertoli, brachte Nina ein grünes Tuch um 20 fl. Richart verdarb sich, war in der Küche, sah zum Fenster hinaus ohne Haube. War bis 7 h bei Assen. Seitz, Jungmann speisten da, Radl schickte einen Hechten. Nach Tische Roller und Richart. Therese und ich gingen zur Richart, sie bessert sich etwas. Zum Benner, machte Loders Bekanntschaft Gab Therese 6 Felle Maroquin vom Brandmayer. Zum Adler, ins Burgtheater, dann in Compagnie mit Jungmann. Band 08 (VIII.), Seite 76r
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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