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Anzeige von 6606 - 6610 aus 11858
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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
6606 1815 9 1 Warm, heiter. Im Burgtheater „Jäger“, Dr. Rygge von Kopenhagen als Oberförster. Preise 1. Parterre 1 fl. 30 x, 2. Parterre 48 x, 3. Stock 1 fl., 4. Stock 30 x, Loge 10 fl., Sitz im Parterre 2 fl. 30 x, im 3. Stock 1 fl. 30 x. Im Kärntnertor-Theater 1. Galerie 1 fl. 40 x, Parterre noble 1 fl. 30 x, Sitz auf der Galerie 3 fl. 20 x, im Parterre noble 3 fl., Loge ohne Unterschied 10 fl., 3. Stock 1 fl., 4. Stock 48 x, 5. Stock 24 x. Die Galerien und Parterre sind unsinnig erhöht. Eröffnung des Kärntnertor-Theaters mit „Joseph und seine Brüder“, im Theater an der Wien „Verschwörung auf Kamtschatka“. Früh zum Grafen, später kam die Keglevich. Ich ging zum Liebmann, kaufte für das Lizitationsgeld der Terzaghi Zwanziger zum Kurs von 343 fl.. Mit dem Grafen wegen Loge ins Kärntnertor-Theater. Mittags allein, nach Mittag kamen Fierhaber (?) mit Richart und Roller, wegen Gang des Weber, alles ärgert mich. Ich fuhr mit Fatalien zu Origoni, in die Porzellanfabrik, zu Liebmann wegen Geld. Später zum Adler, ins Kärntnertor-Theater, nicht sehr voll, dann ins Burgtheater, leer; der Rygge hat einen fatalen Dialekt. Band 08 (VIII.), Seite 73v
6607 1815 9 2 Warm, großer Staub. Im Burgtheater „Correggio“, im Kärntnertor-Theater „Figaro“, im Theater an der Wien „Landhaus an der Heerstraße“, „Abgebranntes Haus“, in beiden spielt die Huber von Baden. Nach 7 h zum Grafen. Sträubl schickt Blumen. Mit Bertoli schloss ich den Kontrakt für die Wolle zu 160 fl. in Zwanzigern für den Zentner. Mittags speiste Rumpelmayer da. Gegen 5 h in die Ungargasse, traf Stein mit der Wetzlar, als sie im Begriff waren ins Burgtheater zu gehen, ich gesellte mich zu ihnen. Ein schweres Gewitter zog sich übers Gebirge, der Regen erwischte uns etwas vor dem Stephansplatz. Sie gingen zu Wohlfarth, wo ich sie abholte. Ich kaufte bei Wallishauser den 2. Band des Denkbuches für 5 fl. 24 x. Wir saßen zusammen, ich neben Lautsch und fanden die Dichtung ungemein schön. Kurs 347 fl.. Band 08 (VIII.), Seite 73v
6608 1815 9 3 Warm, heiter, dann trübte es sich, ward aber wieder schön. Im Burgtheater „Schachmaschine“, im Kärntnertor-Theater „Agnes Sorel“, im Theater an der Wien „Aeneas“ trav[estiert], die Huber von Baden als Dido, Königin von Carthago. Beim Grafen musste ich Zwanziger zählen, wie fatal ! Institutssitzung; Hirsch Thomas wurde als Sekretär gewählt. Mittags auf den Kohlmarkt und Graben, fand [... ?, Name fehlt]. Joseph Hoffmann speiste da. Nach Mittag kam Jungmann, wir blieben in Gesellschaft, machten die Tour auf die Felder der Favoritenlinie, Rennweg, zur Schanze auf die Landstraße und unterhielten uns gut Therese war mit der Bonno und den Dräxler auf dem Balkon. Band 08 (VIII.), Seite 73v
6609 1815 9 4 Nebel, dann heiter, nach Mittag trüb. Im Burgtheater „Organe des Gehirns“, „Wahn“, im Kärntnertor-Theater „Ein Schelm tut mehr als er kann“, „Zephyr und Flora“, im Theater an der Wien „Don Juan“ mit Radichi und der Hönig. Früh zum Grafen, mit dem Geld zusammenrichten für die Terzaghi beschäftigt. Verkaufte beim Liebmann Zwanziger. Mit DelChiaro im Garten, sie lud mich für morgen zum Abschiedsdiner ein. Werlen hat mich zur Serenade des Kerner – als Registraturdirektor – mit ganzem Orchester eingeladen. Der Verwalter Spindler zahlt die Lehrer für den Motesiczky. Jenik kam, mit ihm rechnete ich zusammen, zahlte ihm; er reist künftige Woche nach Butschowitz, wohin die ganze Buchhaltung verbannt ist. Zum Liebmann zur Moser, soupierte da. Mit Molitor, Wetzlar und Bauer zur Serenade, von Piringer veranstaltet; Ouvertüre zu „Egmont“ von Beethoven, aus „Anakreon“ von Cherubini, Bayr spielte Flöte, Pechatschek Violine und […?, Name fehlt] Violoncello solo. Erst nach 12 h kam ich nach Haus; ein finsterer, regenschwangerer Abend. Kurs 338 fl.. Band 08 (VIII.), Seite 73v
6610 1815 9 5 Trüb. Im Burgtheater Ryge als „Wallenstein“, Im Kärntnertor-Theater „Joseph und seine Brüder“, im Theater an der Wien „Ottokars Tod“. Früh zum Grafen, mit Schreibers die Wolle für Bertoli arrangieren. In die Porzellanfabrik, zum Mansfeld wegen Abänderung meines Billetts zur Optik, zu Reimann, dann zum Abschiedsdiner im Garten No. 80 von der Terzaghi, wo die DeCaro, Leykam, ein alter, verheiratet gewesener Pfaffe, Regetti (?) etc. waren; Origoni liegt halb tot, kann nicht urinieren. Nach 5 h brachte ich Bschaidner Tabak, dem Iden (?) und Ullmann brachte Therese, welche an Kopfschmerz liegt, ihre Portion. Blieb in Gesellschaft, abends ins Burgtheater, fand Stessel, blieb in Compagnie. Band 08 (VIII.), Seite 73v
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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