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Lfd Nr Jahr Monat Tag Eintrag Namen Referenz
6621 1815 9 16 Früh Nebel, mittags heiter, um 4 h trübte es sich. Im Burgtheater „Balboa“ mit Korn, „Silberne Hochzeit“. Im Kärntnertor-Theater zum 1. Mal „General“, Oper in 3 Akten übersetzt von Castelli, Musik von Bochsa; im Theater an der Wien „Käthchen von Heilbronn“. Um 8 h mit Therese zum Jahny, dann in No. 373, ins Diana-Bad. Mittags allein, Therese fuhr nach Mittag spazieren, ich arbeitete, schrieb dem Grafen. Abends zum Büchsenmacher, bei Vladár, ins Burgtheater. Therese nahm Nina und Reyher (?) mit und fuhr nach Hadersdorf, ging auf der Wiese beim Laudonsgrab spazieren. Ich war den Abend sehr missmutig. Kurs 340 5/6 fl.. Band 08 (VIII.), Seite 75r
6622 1815 9 17 Die Barometer fallen. Im Burgtheater „Sorgen ohne Not“, im Kärntnertor-Theater „General“; die Oper gefiel nicht. Im Theater an der Wien „Kluge Frau“. Den Vormittag zu Haus, dann um 11 h machte ich einen Besuch bei Richart, sie bessert sich sehr langsam, war auf. Um 12 h fuhren wir hinaus nach Döbling zum Diner bei Rumpelmayer, wir speisten im Garten, Carl, Bruder speiste mit. Nach Mittag kam der Oberstleutnant Chompinsky (?); wir wollten nach Heiligenstadt und Grinzing gehen, da erhob sich ein Sturm und undurchdringliche Staubwolken. Wir mussten bei der Lang’schen Anlage zurück nach Hause uns begeben. Rumpelmayer erzählte, dass Franzl (?) gestern Heu verkaufte und er ihn dabei ertappt hatte. Ich fand Compagnie und soupierte. Band 08 (VIII.), Seite 75r
6623 1815 9 18 Trüb, Nebel, dann windig und kalt. Im Burgtheater „Vaterhaus“, [im Kärntnertor-Theater] „Vestalin“, im Theater an der Wien „Pumpernickel“. Früh arbeitete ich zu Haus, später ins Diana-Bad. Mit der Josephine in ihre Wohnung. Mittags allein, nach Mittag schrieb ich an den Grafen, Gittig, dann noch an Mericzay, suchte dann Gesellschaft. Therese fuhr nicht mit der Reyher auf den Spitz, sondern mit den Dräxlerischen nach Pötzleinsdorf. Abends hatte sie Reißen im Kopf. Band 08 (VIII.), Seite 75r
6624 1815 9 19 Heiter, kalt. Im Burgtheater zum 1. Mal „Rodogüne“, Trauerspiel in 5 Akten nach Corneille von Bode, Mad. Löwe als Cleopatra, Königin von Syrien, Schröder. Im Kärntnertor-Theater „General“, im Theater an der Wien „Pächter Fettlümmel“. Früh in No. 373, dem Fenster einrichten nachsehen. Die Moser schickte ihren Schlafsessel zum Überziehen, welchen ich dem Nagl schickte. Später zu Keglevich, Dermer. Mittags allein, nach Mittag arbeiteten Richart und Jahny etwas an der Optik. Therese fuhr mit Nina und der Reyher auf den Spitz, ich schrieb an den Grafen und besorgte mehrere Geschäfte, besuchte Richart. Dann ins Burgtheater, voll, eine gräulich schöne Vorstellung. Die höchste Grausamkeit stellte Schröder schauerlich dar. Korn als Antiochus, Heurteur als Seleukus stellten das schönste Bild brüderlicher Liebe meisterhaft dar. Es war eine sehr gelungene Vorstellung. Band 08 (VIII.), Seite 75r
6625 1815 9 20 Kalt, rauer Wind, Regen. Im Burgtheater „Rodogüne“, im Kärntnertor-Theater „Strandrecht“, „Feier der Grazien“, im Theater an der Wien „Don Juan“. Therese liegt an Kopfschmerzen, blieb im Bett, ich ließ Kleiner rufen. In No. 373, zur Keglevich. Verhandlung mit Bertolis Buchhalter wegen 2669 Zentner Wolle. Weidmann speiste mit mir samt Nina, nach Mittag zu Haus, schrieb an den Grafen. Iden (?) sagte, der Schlosser habe das Bierhaus um 28.000 fl. gekauft; wenig Platz und doch sehr teuer. Abends zu Jungmann und mit ihm zu Richart, da kam eben die blonde Sophie und klagte, dass der Lohnbediente Heilingkampf nach Mittag um 5 h vom Schlag getroffen und tot sei. Mit Jungmann, dann ins Burgtheater, nach dem 1. Akt mit Stabl ins Kärntnertor-Theater, fand Rohrweck, das Divertissement verschönert und recht angenehm. In Compagnie aß ich Eier. Kurs 345 fl.. Band 08 (VIII.), Seite 75r
Peter Prokop: Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum (ÖNB SN 194- 204) - eine Arbeitstransskription.

Die nachstehende Arbeitstransskription der in der Österreichischen Nationalbibliothek (Sammlung von Handschriften und Alten Drucken) in 11 Manuskriptbänden aufbewahrten Tagebücher des gräflich Esterházyschen Sekretärs Joseph Carl Rosenbaum (1757-1829) wurde vom Autor ursprünglich für private Zwecke als Findhilfe für architekturgeschichtliche Recherchen angefertigt, um das digitale Auffinden von Personen und Zusammenhängen zu erleichtern, die im Zusammenhang mit der Arbeit am „Architektenlexikon Wien 1770-1945“ relevant wurden. Es handelt sich demnach lediglich um eine Findhilfe, keineswegs aber um eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Edition. Diesem Primärzweck entsprechend, weicht die Transskription vom Originaltext in folgenden Details ab:

  • Rosenbaums biedermeierliche Schreibweise wurde modernisiert, seine Syntax jedoch weitgehend beibehalten; seine nicht immer eindeutige Interpunktation (mittels Bindestrichen) jedoch durch die heute gebräuchliche ersetzt.
  • Innerhalb der einzelnen Tageseintragungen wurden die gelegentlich vorkommenden Wiederholungen ein und desselben Sachverhaltes zusammengezogen.
  • Die von Rosenbaum ausgeschriebenen Wochentagsnamen wurden weggelassen, da mit dem Datum des jeweiligen Tageseintrags redundant. Dieses wurde im Format Jahr / Monat / Tag wiedergegeben. Die Bezeichnungen von Feiertagen wurden beibehalten. •Die ab etwa 1816 stereotyp wiederkehrenden Notizen zum täglichen Wetter und zum jeweiligen Programm der Hoftheater und des Theaters an der Wien wurden an den Beginn des jeweiligen Tageseintrages gerückt.
  • Bei Personennamen, deren Schreibweise bei Rosenbaum nicht selten variiert, wurde eine einheitliche und möglichst dokumentarisch belegte Schreibweise angewendet.
  • Fragliche Lesungen von Personen-, Ortsnamen u. dgl. wurden durch nachgestellte Fragezeichen (?) gekennzeichnet, Rosenbaumsche Abkürzungen entweder ausgeschrieben oder ihre wahrscheinliche Ergänzung in eckige Klammern gesetzt. Abgesehen davon wurde auf möglichste inhaltliche Vollständigkeit der Textwiedergabe geachtet. Kleinere Auslassungen und Tippfehler sind bei einer manuellen Eingabe von rund 9 Millionen Zeichen trotz aller Sorgfalt nicht ganz auszuschließen. Wem aber mit der raschen Auffindbarkeit von Personen, Orten, Sachbegriffen etc. gedient ist, ist eingeladen, sich dieser Ressource zu bedienen.

Der Autor ersucht lediglich um Einhaltung der üblichen Zitierungsusancen (siehe obenstehender Titel oder abgekürzt, z B. in Fußnoten Datum des zitierten Eintrages, bzw. bei Einträgen ohne Datum mit Band und pagina).


(†) Peter Prokop, Wien, im Februar 2016

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