Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [6650]

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1815
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Trüb. Im Burgtheater „Welche ist Braut ?“, im Kärntnertor-Theater „Sargines“, [im Theater an der Wien] „Hund des Aubri“. In der Nacht um ½ 1 h überraschten uns die Prinster mit einer Serenade, welche uns sehr freute, mich aufzustehen und zu danken bewog. Früh gab ich Therese meine Geschenke, welche sie sehr freuten. Nina brachte ihr 2 Bouquets, sie ist bei der Vermählung des Peck, welche bei den Schotten geschieht. Zum Frühstück kamen beide Prinster, Elsler, die Kinder der Strem (?), welchen wir Zwanziger gaben, Grasl. Später zum Grafen, zur Schenk, sie zeigte uns ihren blauen Putz und ließ uns lange nicht weg. Im Haus arrangierte ich manches. Vor 1 h fuhren wir zu Reimann, großes Diner, Natter mit Konsorten und Hutschenreiter speisten da. Um 4 h nach Haus, erste und große Optik, Hausnudel. Wir probierten den Sonnenaufgang, die neue Beleuchtung, es war sehr elegant. Um 7 h erschienen die Gäste, alle im Putz. Am runden Tisch saßen 14 Personen: Natter, Moser, Kárner, Wetzlar, Ech, die Rohrweck, der Reimann, die Muth, Gewey, Kölbel und sie, Muth und die Reimann; auf dem Sopha 8 Personen: Fanny, Kornhäusel, Bauer, der Rohrweck, Dräxler, Joseph Hoffmann, Neefe und Kridl; im Schlafzimmer 12 Personen: Goldmann, Jungmann, Assen, Ullmann, Richart, die beiden Prinster, Elsler, Werlen, Huber, Roller, Dermer, zusammen 36 Personen; die Stein ließ wegen Krankheit absagen. Wir gaben 4 Zungen, 2 Pasteten mit Lungenbraten, 6 gebratene Hähnel, einen Hechten auf 13 Pfund, Kalbsschlögel, 4 Enten, grünen, Fisolen- und Erdäpfelsalat, eine große und 2 kleine Hausnudeln, 3 Torten und 12 Teller Konfitüren, Bier, weißen und roten Wein, Simontornaer Ausbruch. Therese und ich trugen die 5 Schuh lange Hausnudel, wir saßen keine Minute, aßen nichts und trugen alles selber auf. Bis 1 h war alles in dulci iubilo. Fast alle nahmen Bschaidessen. Froh endigte sich dieser festliche Tag.
Band 08 (VIII.), Seite 77v
15.10.1815
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