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Abwechselnd trüb und heiter. Im Burgtheater „Die beiden Klingsberg“, im Kärntnertor-Theater „Joseph und seine Brüder“, im Theater an der Wien zum 1. Mal „Der Wald bei Bondy“ oder „Der Hund des Aubri de Mont-Didier“, histor[isch]-romant[isches] Drama nach dem Französischen von Guilbert Pixérécourt, übersetzt von Castelli, Mus[ik] von Seyfried. Therese befindet sich besser. Früh zum Grafen, alles arbeitet angestrengt, weil er heute zu Hause speisen will. Fuhr mit ihm ins Rote Haus, sahen auf dem Glacis die Kavallerie-Manöver und 3 Dragoner stürzen. Mittags speisten Kridl und Carl da, jedem schenkte ich eine Kaffeetasse. Nach Mittag führte ich die Richart zum 1. Mal spazieren, fuhr zum Rasumofsky, St. Marx, Belvedere, gingen da spazieren, ich dann ins Theater an der Wien. Das Publikum war bei der Hunde-Szene unruhig. Der Pudel machte seine Sache nur halb, ließ die Laterne stehen und ging phlegmatisch ab. Im Ganzen machte das Stück keine große Wirkung. Am Ende betrug sich das Volk tumultuarisch, wollte den Hund sehen und lärmte, bis das ganze Theater finster war. Bei Therese waren die Poltoni (?) und Fanny Dräxler.
Band 08 (VIII.), Seite 75v
26.09.1815
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