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Um 6 h Fahrt nach Baden mit Schießl, Richart und Jungmann. Gestern schickte mir Braun ein Billett, den Tempel in Schönau zu sehen. Ich handelte mit Sartory, zahlte ihm 1100 fl. und ließ ihm seine Wohnung für 450 fl. War bei Gontard, Zinnicq lange, sprach über ihre Verhältnisse des Theaters, dass Zinnicq dem Braunmüller so viel schuldig sei, 24% zahlen müsse, dass Nedetzky (?) eine Art Administration führe. Dann in den Park, fand Steiger, Direktor des Kadettenstifts, Besitzer der Veste Wildenstein bei Seebenstein. Er selbst ist Heinz vom Stein der Wilde; der Kaiser adelte ihn, gab ihm „Am Stein“. War in der Probe, man gibt zum ersten Male „Johanna von Seymour“. Habe Schmidt zum Speisen bei Fuchs geladen. Der Park war nicht voll. Bei Scheiner tranken wir Kaffee und um 3 h waren wir in Schönau. Der Gärtner übernahm des Barons Billett, machte Anstalten zur Beleuchtung des Gartens und führte uns alles aus. Schön, einzig fanden sie alles, besonders die Wasserfälle. Wir fanden den jungen kranken Lippert (?) mit der Teiner Caroline, aber zu spät, der Tempel war schon geschlossen. Im Gasthaus aßen wir gebratene Hähnel, Kalbfleisch, Zunge, machten die Promenade durch den Ort Günselsdorf am Portal vorüber, und es war ½ 7 h. Um 10 h waren wir zu Haus. Alles war befriedigt, wir hatten einen angenehmen Tag.
Band 08 (VIII.), Seite 70v
10.08.1815
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