Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [6565]

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1815
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Ein schöner Tag, nach Mittag trübte es sich, Gewitterwolken stiegen auf. Im Kärntnertor-Theater „Vestalin“, im Theater an der Wien zum 1. Mal „Rache“, nach den „Zwillingen“, Trauerspiel in 5 Akten. Heute arbeiteten die Schlosser und Anstreicher. Um 9 h frühstückten wir mit Nina; ich sagte Therese, sie soll ihr die 40 fl. für den Maler schenken und dann einen Strohhut mit Bändern kaufen. Therese ging zur Hruschka gratulieren, ich zu Biedermann, sah auf dem Hohen Markt 3 Straßenräuber, auf lebenslang verurteilt, auf der Bühne stehen. Zum Sekretär von Grafen (?) Weber, zum Ehz. Carl, wo Bschaidner arbeitet, zum Iden. Mittags speisten Iden (?) und Nina da, Jungmann engagierte ich auch. Nach Tische kamen Radl, Stifft, welcher erwähnte, dass Alexander in Paris sehr in Hortensia, Napoleons Schwester [sic] verliebt sei und sich sehr für die Race verwende. Lebel schrieb, dass der Graf Montag komme, ich schrieb ihm dennoch. Meine linke Wange schwillt wieder auf. Um 6 h mit Therese und Nina nach Purkersdorf. Ich zeigte ihnen das elegante Posthaus, wir durchgingen das Dorf, um 8 h zurück. Bei Weidlingau entzündete sich der Horizont mit grässlichen Blitzen, der Donner rollte ununterbrochen. Beim Auhof erhob sich ein Wind, bei Baumgarten ein Sturm, der uns ganz mit Staub bedeckte, wir sahen die Pferde nicht. Im Galopp fuhren wir, um dem schrecklichen Gewitter zu entgehen. Auf der Laimgrube erreichte uns der Regenguss, um 9 h kamen wir im Sturm und Regen nach Haus. Um 10 h ging Nina nach Haus, ich war noch bei Joseph wegen Radl, aber vergebens. Kurs 324 ½ fl., der Dukaten 14 fl. 45 x.
Band 08 (VIII.), Seite 68v
22.07.1815
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