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Letzter Tag in Preßburg. Die ganze Nacht und Vormittag Regen, mittags heiterte es sich aus. Im Kö[niglich]-Städt[ischen] Theater „Der 30-jährige ABC-Schütz“, Hasenhuts 6. und letzte Gastrolle. Den ganzen Vormittag mit Eintragung und Benennung der Zimmer beschäftigt. Der Hausknecht Jakob verstreute mir eine Nadel, welche ich im Spenzer fand; ich war sehr unruhig. Vom Maierhof in der Hochstrass ließ ich Wein und Holz bringen. Der Hausmeister, Csiba und Andrássy waren den Vormittag bei mir. Nach 12 h kam ich mit Liebenfels im Aichingerischen Kaffeehaus zusammen und gingen auf die Weternitz (?) zur Sonne speisen. Nach Mittag ins Posthaus, ging mit Liebenfels zu Gottl (?) Fischers elegantes Gewölb in die Sattlergasse, dann zu Ehlers und Hasenhut, wo ich auch Näschel (?) von Hamburg fand. Nach Tische kam ich mit Doberauer (?) und dem Tenoristen Stelzer (?) von Pest zusammen, welche vom Czibulka (?) geschickt, dem entlaufenen Bassisten Renner (?) nachreiset. Von da in unsere Häuser, wo noch manches gemessen und nachgesehen wurde, dann mit Petter die Posse in 3 Akten vom K[arl]. F[riedrich] Hensler mit der Musik von W[enzel] Müller zu sehen. Ich nahm seinen Franzl mit, der sich vortrefflich unterhielt. Den 1. Akt plauschte ich mit Liebenfels und Fischer, und weil es zu voll war, blieb ich auf dem Theater. Der Müller machte ich mein Kompliment als Fedorowna und heute als Fräule Rosel, sprach mit der Thau (?), welche die alte Jungfer Potasch (?) spielte, deren Schwester die Mad. Müller in Eisenstadt ist, und beurlaubte mich von den Bekannten. Bei Petter soupierten wir, um 11 h ins Bett.
Band 06 (VI.), Seite 258v
20.12.1809
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