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Zitterbarths letzter Tag seiner Entrepise, „Richard Löwenherz". Therese schrieb an Braun um 4 Billets, gab an uns 2 der Lavotta, 3 in die Apotheke, eines behielt Therese für sich und mir gab Richart eines. Therese ging mit Töpfer zu Salieri, um ihn zu bitten, dass er mit Zitterbarth und notfalls auch mit Braun ihretwegen rede. Sie war unser Gast. Nach Tische wegen Petinet-Tücheln für Therese zu Richart, dann ins Theater an der Wien. Da fand ich Seidl, Jeanette mit ihrem Bruder und der Auffenberg. Ich machte der Seidenfärberin Richard (?), die erst 3 Monate verheiratet ist, und ihrem Mann Platz. Die Aufführung war in aller Hinsicht mangelhaft und nachlässig. Nach dem 1. Akt ließ Zitterbarth ein Gedicht austeilen, das recht hübsch gemacht ist. Therese sang im Kärntnertor-Theater in „Maria von Montalban“, und recht hübsch, wie ich zur großen Freude hörte. Nach dem Theater in die Redoute. Sie war sehr voll und die Hitze unerträglich. Therese erwartete ich bei der Stiege zum großen Saal; wir gingen die ganze Nacht zusammen herum, sahen Nina mit Hocheder, Stegmayer, Richart mit Mussini (?), Etzelt etc. Wir soupierten, aber schlecht. Weil es so voll war, wollte ich nach dem Souper allein herumschleichen; Therese wollte anfangs nicht, dies verdross mich. Sie bekam wieder unselige Anfälle von Eifersucht, diese warfen mich vollends aus der Laune. Ich fühle es und bin überzeugt, dass gewiss kein Mann mehr für sein Weib opfert, mehr für sie tut, als ich. Nachdem um 12 h die Musik sich endigte, und man bald anfing, auf der Galerie die Menschen abzuschaffen und die Lichter auszulöschen, gingen wir um ½ 2 h nach Hause, mit uns Schmidt. Wegen heftigem Kopfweh und Schnupfen konnte ich nicht schlafen, auch war ich sehr echauffiert. Ich bin sehr zufrieden, dass der Karneval zu Ende ist.
Band 05 (V.), Seite 14r
14.02.1804
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