Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [2383]

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Von 12 bis 2 h Sonnenfinsternis. Kotig. Früh zum Grafen, Schaidegger und Lang. Mit dem Mayer plauderte ich von der Zusammenberufung der deutschen Schauspieler bei Braun am Donnerstag. Er teilte sie in 3 Klassen; die in der 1. Klasse erhalten für jedesmal Spielen 2 fl, die in der 2. Klasse 1 fl., jene der 3. Klasse, worin die begriffen, die noch nicht 3 Jahre sind beim Hoftheater, erhalten gar nichts, und werden dieser Wohltat erst nach 3 Jahren teilhaftig. Die 8 Inspizienten wählen unter sich jährlich einen Repräsentanten, der in Brauns Abwesenheit dessen Person vertritt. Dieser wird jährlich aus ihrem Mittel entweder bestätigt, oder ein neuer gewählt. Wer immer ein Stück, das angenommen werden kann, vorschlägt, erhält für ein großes – sei es auch schon gedruckt – 40 fl., ein mittleres 30 fl., ein kleines 20 fl. Douceur. Nach Annahme des schlechtesten Jahres seit 10 Jahren, was die Schauspiele eintrugen, wird den Inspizienten für das Plus des künftigen Jahres als Belohnung und Aufmunterung 10% versichert. Zu vielen Parteilichkeiten, Zänkereien, Ungerechtigkeiten und schlechtem Memorieren wird alles dieses der Keim sei, denn die Kunst geht gewiss nach Brot. Ich erwarte nichts Gutes. Joseph Sonnleithner wird anstatt Schreyvogel als Sekretär – man sagt auch Regisseur der deutschen Oper – mit 4000 fl. vorgestellt. Mittags allein. Therese fuhr um 3 h mit Schwandner, Dufour und dem jungen Pfersmann nach Schönbrunn zur Generalprobe vom „Götter-Picknick“, und kam erst um 9 h zurück. Nach dem 1. Akt wurden die Damen mit Kaffee, die Herren mit Bier und Wein bedient. Ich war am Nachmittag mit Minetti (?) bei Bolsa (?), der er Lektion geben wird, bei Ludwig um eine Brieftasche und abends im Burgtheater „Advokaten“. Nach dem Theater ins Bett.
Band 05 (V.), Seite 13v
11.02.1804
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