Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [2381]

2381
1804
2
9
Vormittag kalt. nach Mittag ließ das Wetter nach. Den Vormittag war ich auf der Hauptmaut, beim Grafen und Richart, wo ich Therese erwartete, die gleich kam und von der Richart mit Weichselkuchen bedient wurde. Flötist Mayer war unser Gast. Braun schickte uns 4 Billetts in die Redoute, wovon ich 2 der Nigst, 1 der Lavotta und 1 für mich behielt. Therese trug selbst den Kohl'schen unser Billett hin, die darüber höchlich erfreut waren. Der Sepherl gab Therese 1 fl. Faschinggeld. Nach Mittags kam Salieri, die Uhrmacherin. Therese blieb den Abend zu Hause. Ich ging in die Theaterkanzlei, um zu erfahren, was heute bei der allgemeinen Zusammenberufung der deutschen Schauspieler bei Braun vorgenommen und bestimmt wurde. Später ins Burgtheater „Dorfbarbier“ und Pas de deux mit DeCaro, bei Lang wurde soupiert, dann in die Redoute. Der „Dorfbarbier“ wurde wie sonst, aber doch wohl mit mehr Possen gespielt, wurde applaudiert, als ob er zum ersten Mal wäre. Vogovics war im Parterre, mit dieser hatte ich wegen heutigem Souper meinen Spaß. In der Redoute waren 4997 Menschen, ohne die nefas (?) mitzunehmen. Ich unterhielt mich mit der Huber und Anhang, kam mit der Baronesse Bolsa (?) zusammen, welche jetzt am Judenplatz No. 444, 1. Stock wohnt. Blieb bis ½ 4 h. Es war eine ausgezeichnet schöne Redoute, gewählte, nur niedliche Masken, nur zu voll; es war ein wahres Schwitzbad. Ich triefte am ganzen Leibe, dies verbitterte mir meine Unterhaltung. Ich bekam nebst Devisen und anderen Kleinigkeiten auch ein ganz kleines, niedliches Blumenbouquet zu Geschenk.
Band 05 (V.), Seite 13r
09.02.1804
Copyright © 2025 Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "ADLER", Wien. All Rights Reserved. Austria-1095 Wien, Postfach 7, Universitätsstraße 6/9b