Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [2377]

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1804
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Ein heiterer, aber kalter Tag. Fahrt nach Himberg. Früh zum Grafen, zu Mayer, zur Institutssitzung, dann nach Haus. Um 11 h fuhren Therese und ich über Rothneusiedl und Lanzendorf und kamen um 1 h bei Fink an. Der Weg war sehr schlecht. Wir setzten uns gleich zur Tafel, welche aus 18 Personen bestand. Fink wies uns ein niedliches Zimmer zum Absteigquartier an. Ich kam neben seiner Braut Rosine Zwickl und einer Bäckerstochter aus Simmering, Therese Hartmann zu sitzen, war sehr galant, unterhielt mich gut und schien auch sie unterhalten zu haben. Wir aßen mächtig viel und saßen bis 5 h. Dann gingen Rosine, Therese, Jäger, Inspektor im Kriegsgebäu, Arzt Eichler (?), Silber (?), Baumgartner (?) Bankier und Kielmann (?) zum Chrirurgus Schönbauer (?), Rosinens Schwager, später wir Männer allein durch den Markt, bei der Cottonfabrik vorbei und wieder zurück. Im Rückweg sprachen wir noch bei einer Bauernhochzeit ein, wo es mich aber nicht lange litt. Um 7 h beim Schützenball, welchen ich mit Rosine mit einem züchtigen Menuett eröffnete. Nachher tanzte ich mit allen anwesenden Frauen und Mädchen Menuette. Therese unterhielt sich mit einer Papierdruckerin, mit der Spulerin, welche die Richart mitbrachte, die sehr elegant gekleidet war, und anderen Müllersfrauen. Baron Fellner kam, mit dem ich 2 Stunden plauderte und der uns wiederholt auf seine Krappmühl und in der Stadt zu sich und seinen Musiken einlud. Herr v. Müller, Direktor der Cottonfabrik und seine beiden Schwestern waren auch da, mit diesen brachte ich eine Stunde angenehm zu. Therese und ich wollten eine Stunde im blauen Zimmer schlafen, war aber keine Ruhe, und so ging ich mit Therese wieder in den Saal, plauderte mit den Müllnern Richart, Strasser, Schwingenschlögl (?) etc. So verstrich der Ball. In der Nacht fror es.
Band 05 (V.), Seite 12v
05.02.1804
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