Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [2362]

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Heute beginnt es sich auszuheitern. Früh ließ ich Klimbke rufen und erzählte ihm den Vorfall. Auch er erstaunte nicht minder und stimmte mit mir ein, es ist ein Werk der Buben Neumann und Treitschke. Um 9 h gingen Therese und ich zum Braun, wurden bald vorgelassen und blieben länger als eine Stunde. Anfangs gab es Feuer von beiden Seiten, dann wurde es ruhiger und das Resultat war, dass er seine Übereilung einsah, den Befehl zurücknahm und ich wieder freien Eintritt in beide Theater habe. Er war am Ende sehr herzlich, versicherte mich mit Hand und Mund, dass wenn wieder etwas gegen mich gesagt wird, er mich rufen lässt, um mich in des Verleumders Gegenwart zu verteidigen. Mit Therese war er auch sehr gut und so schieden wir mit der nochmaligen Versicherung, dass er gleich dem Pfersmann den Gegenbefehl erteilen wird. Ich ging zum Grafen, arbeitete, beantwortete den gestrigen Woller-Brief, ging zu Richart, wo Fink mir Schinken und Erdäpfel brachte, dann nach Haus. Mittags allein. In der Theaterkanzlei plauderte ich mit Klimbke, Mayer und Pfersmann über unsere Geschichte. Nach Tische arbeitete ich. Später suchte ich Stessel und Kárner auf, zu Richart und in beide Theater um mich zu zeigen. Im Burgtheater „Glücksritter“, im Kärntnertor-Theater „Musicomania“ und „Bacchus und Ariadne“. Stessel traf ich und regalierte ihn mit 3 Bouteillen Champagner. Im Burgtheater blieb ich die ersten 2 Akte, traf im 3. Stock Mirus und ging ins Kärntnertor-Theater. Die Oper war zur Hälfte; anfangs sah ich in den 3. Stock, dann ins Parterre, wo ich Richart fand. Nach dem Theater gleich ins Bett. Die arme Therese hatte viel Kopfschmerzen; ich fand sie schon im Bett.
Band 05 (V.), Seite 9r
21.01.1804
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