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1593
1801
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Kalt, heftiger Wind. Früh arbeitete ich mit Klimkowsky, dann zum Grafen. Um 11 h kam ich nach Hause, begegnete der Scheiger und ging mit ihr in die Wollzeil zum Schwarzleitner (?), später zum Levi wegen Obligationen. Um 12 h kam Therese von der Probe zur „Liebe unter den Handwerksleuten“. Sie sagte mir, dass heute abends die Eisenkohl mit ihren Mädchen kommen wird. Rösner kam mit ihr; wir gingen zusammen auf die Bastei und begleiteten Rösner nach Hause. Die Tante und Eckhart speisten mit uns. Nach Tische ging Therese zum Leybold, Eckhart zur Eisenkohl. Ich arbeitete in Institutsangelegenheiten. Um ½ 6 h kam die Eisenkohl mit ihren 3 Mädchen, später Walther und Klimbke. Die Unterhaltung war sehr geschraubt; Madame machten einige Male Ausfälle auf meinen unglücklichen Hang zu Surprisen, auf meine Gefälligkeit usw., die ich aber nicht zu bemerken schien. Ich las ihr meinen in der Stunde erhaltenen Brief vom Schultheiss vor, und zeigte ihr aus selbem, welchen elenden kleinen Menschen - Augusta und Well - sie sich wegen Empfehlung eines Provisors in die Arme warf. Walther und ich begleiteten sie um 9 h nach Hause. Es schneite heuer zum ersten Mal. Mit Walther war sie galant, lud ihn ein, mich nicht. Therese ließ Krapfen und Torten machen, ich überraschte sie mit Krapfen.
Band 04 (IV.), Seite 29v
14.12.1801
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