Online-Datenbank der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft "Adler", Wien

Die Tagebücher des Joseph Carl Rosenbaum [1000]

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Heiter und warm. Schon um 7 h ging ich zu Stessel und erfuhr, dass Joël sehr wider mich und von Seiten des Fürsten wegen einer Empfehlung nichts zu hoffen sei. Dies ist doch kränkend ! Dann ging ich nach Hause, las in dem Buch von Wechselgeschäften; ging zu Therese, wieder auf die Post und fand nichts. Um 12 h ging ich zu Klimbke, um 1 h abermals zu Stessel, dann zum Klapper speisen. Nach Mittag ging ich zu Therese, fand da Phillebois; sie sangen Canons. Um ½ 6 h ging ich nach Hause und fand endlich den so sehnlich erwarteten Brief vom Grafen mit einer sehr schmeichelhaften Empfehlung, dies heiterte mich etwas auf. Ich ging zu Klimbke, gab ihm diese Empfehlung mit der Bitte, selbe gleich morgen früh dem Pauer zu geben und zu fragen, was damit zu tun sei. Dann ging ich ins Burgtheater, zum ersten Mal „Octavia“, Trauerspiel in Jamben, 5 Aufzüge. Es gefiel außerordentlich, nur der letzte Akt wollte mich nicht befriedigen. Rooses Spiel der Octavia ist ein Triumph der Kunst. Therese mit Anhang war auch da. Am Ende wollte selbe Nascherei, so Schokoladebrot, haben, und weil ich sie nicht damit bediente, war sie verdrießlich. Ich ward es noch mehr und so schieden wir in Verdruss.
Band 02 (II.), Seite 81v
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